Mecke aus Werne wegen Tierquälerei unter Verdacht

Fakt-Reporter sucht das Gespräch mit Familienbetrieb Mecke aus Herne

Die Werbung der plötzlich skandalösen Firma Fleischerei Mecke aus Werne spricht von „Achtung vor Tieren“ – man lege Wert auf das Tierwohl, anders als „schwarze Schafe“ in der Fleisch verarbeitenden Branche. Doch nun hat der Traditionsbetrieb mit Vertrauensvorschuss bei der Kundschaft im Kreis Unna einen saftigen Skandal an der Backe. Firma Mecke ist Metzgerei, Schlachthof und Hersteller und Verkäufer von und für Tierfutter in einem mit einem profitablen Wirtschaftskreislauf. Jetzt hat es der in der westfälischen NRW-Region längst populäre Familienbetrieb (Fleischerei Mecke) aus Werne endlich ins Fernsehen geschafft. Nach dem Fernseh-Bericht über die unhaltbaren Zustände und brutalen Folterungen (Tierquälerei) von kranken Milchkühen und dem ethisch verkommenen und zudem illegalen Abtransport von geschwächten Kälbern zum firmeneigenen Schlachthof des Familienbetriebs Mecke im Kreis Unna, schreibt eine Facebook-Nutzerin aus Werne entsetzt: „Endlich ins Fernsehen geschafft und kann nun aufgrund dessen, was auf den Tisch gekommen ist, den Laden dicht machen, das war’s dann wohl mit Publicity und Werbeversprechen. Mir kommt das Kotzen, wenn ich darüber nachdenke, wie teuer die (Feinschmecker Mecke) immer waren und dann so eine Schweinerei und Tierquälerei, Mecke war eigentlich immer „der“ Metzger meines Vertrauens. Nie im Leben hätte ich mit sowas gerechnet!“

Bildquelle: Soko Tierschutz - Razzia bei Fleischerei-Betrieb Mecke in Werne nach brutalen Tierquälereien
Bildquelle: Soko Tierschutz – Razzia bei Fleischerei-Betrieb Mecke in Werne nach brutalen Tierquälereien

Bildquelle: https://www.ardmediathek.de/video/fakt/vorwurf-tierquaelerei-razzia-bei-fleischhaendler/das-erste/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy8yYjM2Yjc5MS0zMDdjLTQzZTktYjhhOS0xZDE0MzIyOTg4Y2U/

Tierquälerei bis aufs Blut: Fleischereibetrieb Mecke in Werne in der Kritik

Videos belegen unbeschreiblich brutale und martialische Tierquälerei. Eine ausgediente Milchkuh wird regelrecht gefoltert. Das denkende und schrecklich leidende Säugetier wird ins Gesicht getreten und mit unerbittlicher Härte malträtiert, bis es vor Schmerzen zusammenbricht, danach an einem Bein auf den LKW zum Abtransport in den Mecke-Schlachthof gehievt. Fakt-Reporter (Das Erste) suchte das Gespräch mit dem Familienbetrieb Mecke aus Herne wegen der Tierquälerei beim Abtransport in den firmeneigenen Schlachthof. Vergeblich. Doch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ausgestrahlt wurde die Sendung Fakt am 27.07.2021.

„Die Polizei in Werne/NRW hat mehrere Standorte eines Fleischhändlers durchsucht, Mitarbeiter zum Verhör mitgenommen und Akten beschlagnahmt. – Gibt es ein Netzwerk zum Handel mit kranken und transportunfähigen Tieren?“ Link zur ARD-Mediathek (Das Erste) mit der kompletten Fakt-Reportage: Razzia bei Fleischhändler Mecke.

Ignorante Standardantwort von Mecke an empörte Konsumenten, die sich via E-Mail beim Familienbetrieb Mecke beschwert haben, folgte am Mittag vom 27.07.2021 seitens des beschuldigten Fleischverarbeiters.

Guten Tag, Wir können Ihren Unmut verstehen und sind selbst fassungslos, was Mitarbeiter, welche sofort fristlos entlassen wurden, bei uns im Betrieb gemacht haben. Auch wir haben gestern zum ersten Mal derartiges, wie auf den Videos, zusehen bekommen und werden alles dafür tun, dass sowas nicht mehr bei uns vorkommen wird. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht jedem eine persönliche Nachricht zukommen lassen können, auch wenn wir das gerne zur Aufklärung machen würden.Wir werden heute Mittag noch eine Pressemitteilung veröffentlichen und wir versuchen diese so weit, wie möglich in den Medien zu verbreiten, wie zum Beispiel auf unserer Homepage www.fleischerei-mecke.de. Mit freundlichen GrüßenMecke GmbH & Co.

Fleischerei Mecke

Ein Nutzer des Internetportal Facebook schreibt dazu: „TYPISCH: NICHTS GEWUSST, ES WAREN DIE ANDEREN. Ich hoffe, es werden Höchststrafen verhängt (3 Jahre Gefängnis – Tierschutzgesetzt), Behördlich angeordnete Betriebsschliessung plus lebenslanges Berufsverbot für die Inhaber und alle leitenden Funktionen!“ Ein weitere Person merkt an: „Also haben die Chefs da nie was mitbekommen? Waren die nie in ihrem Betrieb? Lächerlich… das einzig gute was Donald Trump je gemacht hat, war ein Gesetz zu erlassen das Tierquälerei bis aufs Äußerste bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft. Naja, da können wir hier lange warten.“  Ebenfalls empört ist Bianca S. und stellt fest: “ Jeder Metzger, der sich nicht selbst ein Bild macht, wie mit den Tieren umgegangen wird, macht sich mit schuldig! Sie schauen weg, weil gewinnorientiert. Es ist ihnen schlichtweg scheissegal und machen auf Qualitätsmetzgerei! Ihr seid so widerlich. Man sehe sich, die eh schon völlig geschwächten, ausgemergelten Tiere an. Was sind das nur für Monster? Und ermutigen noch die Kinder selbiges zu tun? Und wir wundern uns über furchtbare Tierquälereien. Sie mögen in der Hölle schmoren, und zwar ganz langsam.“ Meiner Meinung nach, bedarf es politische Lösungen im Sinne des Tierwohls, Aufklärung an Schulen und Betrieben. Und wie oben bereits erwähnt: Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Achtung vor Tieren wird von Mecke versprochen, Tierquälerei kommt ans Licht

Die Selbstdarstellung vom verantwortlichen Geschäftsführer Marko Mecke steht indes im krassen Widerspruch zu den Ermittlungsergebnissen der Soko Tierschutz gegen den Familienbetrieb Mecke. Auf der Firmen-Homepage weilt friedlich versonnen eine Kuh auf saftig-grüner Wiese weidend im taufrischen Morgenlicht. Dazu steht geschrieben:

„Achtung vor Tieren“ – Leider gibt es in unserer Branche viele schwarze Schafe. Da ist dann schnell der Gewinn wichtiger als die Lebensqualität des Tieres. Wir von der Fleischerei Mecke erkennen unsere Verantwortung und wählen gezielt entsprechende Betriebe für den Einkauf unserer Tiere aus. Denn die Qualität unserer Fleischprodukte entsteht nicht durch die Qual der Tiere. Die Fleischerei Mecke steht für respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren.

Mecke (FeinschMECKEr), Werne

Die Eigendarstellung der Fleischerei Mecke aus Werne lässt auch die Soko Tierschutz nicht kalt. Die Tierschutzorganisation hat den Skandal aufgedeckt und dokumentiert bewiesen, wie im Metzger Schlachthof Mecke kranke Kühe systematisch misshandelt werden.

„Die Werbung der Firma aus dem Landkreis Unna spricht von „Achtung vor Tieren“ – Recherchen von SOKO Tierschutz zeigen die traurige Realität.In einer Tierhaltung aus dem Firmengeflecht Mecke wurden Tiere die letzten Monate systematisch misshandelt. Arbeiter verprügeln bis auf die Knochen abgemagerte Tiere auf das brutalste und bis zur Bewusstlosigkeit, ein krankes Kalb wird getreten und an den Ohren herumgeschleift, Stromschläge werden illegal ausgeteilt, Kühe werden mit der Seilwinde bei vollem Bewusstsein umhergeschleift , und es besteht sogar der Verdacht auf Tierversuche, denn die Firma handelt scheinbar mit dem Blut der geschwächten Tiere.Das Blut wird den Tieren bei lebendigen Leibe literweise abgezapft, die Tiere dabei noch gequält. Ein Vorgang, der als meldepflichtiger Tierversuch gilt. Die Mecke-Mitarbeiter kommentieren das als „leer machen“ und wissen, dass Tiere nach dieser Tortur fertig sind und oft nicht mehr aufstehen können.Das Bildmaterial aus dem Zeitraum Mai bis Juli erinnert auf fatale Weise an die Skandale um Schlachthöfe, die sich auf die illegale Schlachtung kranker und verletzter Milchkühe spezialisiert haben. Während z. B. der Fall Bad Iburg vor Gericht verhandelt wird, tauchten Täter aus diesem Skandal bei der Schlachterei Mecke auf und betrieben das grausame Geschäftsmodell weiter.“

Soko Tierschutz, Facebook

„So genannte handwerkliche Schlachtbetriebe härter kontrollieren“, fordert Soko Tierschutz

Des Weiteren erläutert die Tierschutzorganisation in ihrer Pressemitteilung vom 28.Juli 2021 am Mittwochvormittag: „Unter den Lieferanten ist die Firma Hunecke aus Westerkappeln (NRW). “ Jetzt zeigt sich, dass die lächerlichen Strafen in den Tierschutzprozessen null abschrecken. Die grausamsten Täter wie Hunecke zogen einfach ein paar Kilometer weiter, und das Veterinäramt weiß mal wieder von nichts. „Ein Großversagen von Politik und Justiz“, so SOKO-Sprecher Friedrich Mülln. Das Veterinäramt Unna war erst vor wenigen Monaten in einen gewaltigen Skandal um illegales Schächten verstrickt. „Offenbar ist die staatliche Kontrolle der Tierhaltung in NRW praktisch nicht existent und wird von kriminellen Strukturen und Tierquälerei geprägt“, beschreibt Mülln die Lage. SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gegen den Betrieb und seine Beteiligten gestellt, auch beim Jugendschutz. Auf dem Material sieht man, dass Kinder regelmäßig sehen, wie Tiere verprügelt werden, und die Kinder sogar zur Tierquälerei angestiftet werden. So fordert ein Arbeiter Minderjährige auf, Tieren auf den Kopf zu schlagen, und es folgen Szenen, die zeigen, dass der Missbrauch die Kinder geprägt hat. „Die Polizei hat sehr schnell und stark reagiert. So eine Reaktion erwarten wir uns auch von dem Landratsamt und der Politik, die bisher bei Tierschutzfällen Desinteresse zeigen“, so Mülln. Der Fall Mecke zeigt erneut, dass sich hinter Metzgern, auch mit bestem Ruf, Leid und Qual verbirgt. Der Skandal zeigt auch, wie falsch es ist, so genannte handwerkliche Schlachtbetriebe von Veterinärkontrollen weitgehend auszunehmen. SOKO Tierschutz fordert eine permanente Kontrolle aller Schlachtungen, insbesondere in Metzgereien, personelle Konsequenzen im Veterinäramt und klare politische Pläne zum Ausstieg aus diesem Qualsystem. „Dass Ministerpräsident Laschet die Stabsstelle gegen Umweltkriminalität zerschlagen hat, rächt sich nun. Die Politik sollte die Strukturen bei der Polizei und den Behörden stärken und nicht schwächen“, fordert der SOKO Tierschutz Sprecher.“ (Soko-Tierschutz.org)

Update; 15.00 Uhr: Stellungnahme von Fleischerei Mecke zur Tierfolter-Dokumentation

Stellungnahme zu den Tierschutz-Aufnahmen

Werne, 28.07.2021

Das ARD-Magazin Fakt hat Aufnahmen aus einer Tiersammelstelle, die zu unserem Unternehmen gehört, veröffentlicht. Die Bilder zeigen schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, begangen durch zwei Mitarbeiter des Unternehmens.

Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:

Wir, die Unternehmensführung und unsere Angestellten, sind über die Aufnahmen schockiert. Die Aufnahmen sind uns erst seit gestern bekannt. Wir haben beide Mitarbeiter, die die Verstöße begangen haben, heute mit sofortiger Wirkung gekündigt. Die Behörden werden wir bei der vollständigen Aufklärung der Sachverhalte umfassend unterstützen. Tierschutzverstöße werden in unserem Unternehmen in keiner Weise geduldet. In den knapp 100 Jahren seit Bestehen des Familienunternehmens gab es bei uns keine Verstöße gegen den Tierschutz. Wir stehen auch und insbesondere jetzt zu unserer Verantwortung.

Fleischerei Mecke, Homepage
Stellungnahme der Mecke GmbH
Werne: Stellungnahme der Mecke GmbH zu den Dokumentationen von Tierquälerei

Pferdefleisch im Hundefutter von Mecke? Der Verdacht liegt leider nah

Bei all dem Leid, Missbrauch und krimineller Energie bleibt zu hoffen, dass die sogenannten Schwarzen Schafe der kompletten Fleischindustrie das Handwerk gelegt wird, und die Zustände nachhaltig ein Ende finden. Gruselig indes, dass der Fleischerbetrieb Mecke auch Tierfutter für die Haustiere von „Tierfreunden“ produziert und feil bietet. Es ist auch zu befürchten, dass ins Dosenfutter für Katze und Hund auch Pferde landen.

„Hallo, Kennt jemand den Schlachterei und Pferdehandel Betrieb „Mecke“ ? Das ist in Werne an der Lippstraße, (NRW)…

Letzte Woche haben wir (meine Freundin und ich) von jemandem Bescheid bekommen, dass das Pferd, das wir nun schon ziemlich lange suchen bei Mecke gelandet sein könnte, Wir machen uns jetzt natürlich ernsthafte Sorgen, das es schon geschlachtet sein könnte, wir haben dort mal angerufen und wurden ziemlich unfreundlich darauf hingewiesen, das er darüber keine Auskunft gibt, wer wann ein Pferd dort abgeliefert hat… (na wir konnten das ja auch irgendwie verstehen wegen Dienstgeheimnis und so, aber geärgert haben wir uns trozdem…)

Wir wissen abe auch, das nicht jeses Pferd, was dort abgeliefert wird geschachtet wird sondern der auch weiter verkauft…

Kennt jemand diesen Betrieb und vielleicht weiß auch jemand, wie die Chance steht unser Pferdchen wieder zubekommen? Da wir nicht in der Nähe wohnen, und es ziemlich weit ist, wollten wir mal fragen, ob da jemand was drüber weiß, bevor wir da hin fahren…. weil reden kann man am Telefon anscheinend nicht richtig mit diesen Leuten….

Ich hoffe mal, das uns hier irgendjemand ernsthaft weiter helfen kann…

LG,…

Gute Frage.net

Shitstorm-Angst: Am Mittwochnachmittag zieht sich harsch kritisierte Fleischerei Mecke aus den Sozialen Medien zurück. Die Facebook- und Instagram-Seiten des Familienbetriebs aus Werne in NRW sind offline, die Firmenhomepage präsentiert fürderhin fade Ausreden und ein Bauernopfer.

Fleischerei Mecke: Feingefühl im Angesichts des Shitstorms. Failed.

Fleischerei Mecke-Stellungnahme auf totem Rind platziert: Feingefühl im Angesichts des Shitstorms. Failed.
Fleischerei Mecke-Stellungnahme auf totem Rind platziert: Feingefühl im Angesichts des Shitstorms. Failed.

SOKO Tierschutz hat recherchiert: „Metzger Mecke vor 30 Jahren Es ist kein Einzelfall, der an zwei Arbeitern hängt. Das System Mecke baut auf Ausbeutung und Tierleid. Damals wie Heute.“

Falls ihnen der Beitrag gefallen oder bloß geärgert hat, können sie gerne ein paar Groschen hinterlassen. Paypal me! Danke. paypal.me/RobertNiedermeier

Tierfutterhersteller und Metzgerbetrieb Mecke: Stress mit Ministerium und Staatsanwalt

WDR berichtet über „Tierquälerei mit System“ in Werne: „Die Behörden haben bereits am Freitag erste Sanktionen gegen den Betrieb verhängt: Die Mitarbeiter, die über die Videos identifiziert werden konnten, haben ab sofort ein generelles Umgangsverbot mit Tieren bekommen. Der Betrieb der Sammelstelle wird bis zum Abschluss der Ermittlungen eingestellt. „Das heißt, über diese Sammelstelle werden ab sofort keine Tiere mehr gesammelt und vor allem auch keine Tiere mehr abgefertigt“, teilt das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mit.“ (Tagesschau.de)

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