Schlagende Argumente für fleißige Serviceroboter

Thomas Holenstein

Roboter-Restaurants – Roboter kochen und bedienen in der Gastronomie? Gastronomieexperte Thomas Holenstein nennt 5 Gründe für Serviceroboter, um Personallücken im Gastgewerbe zu schließen: Ein Mini-Job in der Gastronomie kann sich lohnen für Arbeitssuchende. Viel Trinkgeld für viel Arbeit, aber im Corona–Lockdown 2020 standen Tausende von Mini-Jobbern plötzlich ohne soziale Absicherung da. Ein neuer Job musste her. Den fanden die fleißigen und Stress erprobten Menschen in Branchen jenseits von Wochenendarbeit und Abendschichten. Ein Problem für die Wirte. Die letzten anderthalb Jahre waren für die Gastronomie eine Herausforderung, da viele Mitarbeiter in andere Corona-resistente Branchen gewechselt sind. Der Gastronomieexperte und Unternehmer Thomas Holenstein nennt für Argumente, die für den Einsatz von Servicerobotern in der Gastronomie sprechen, um dem Personalmangel im Gastgewerbe entgegenzuwirken.

Automation erleichtert die Arbeit von Servicekräften, sie ist kein Gespenst, das Arbeitsplätze wegzaubert.
Automation erleichtert die Arbeit von Servicekräften, ist kein Gespenst, das Arbeitsplätze wegzaubert. Grafik

Gastro-Personal-Lücken schließen: Thomas Holsteins fünf Gründe für Serviceroboter

1.) Einzigartigkeit

In Asien sind Serviceroboter keine Seltenheit mehr. Mit Blick auf Deutschland ergibt sich ein anderes Bild. Hierzulande gibt es bereits Serviceroboter in der Gastronomie und seit Mitte des Jahres 2019 existiert das erste Roboter-Restaurant. Dennoch ist der Einsatz von Robotern in der Gastronomie bislang eher die Ausnahme. Das bietet demjenigen ein Vorteil, der sich erfolgreich von seiner Konkurrenz abheben möchte. Jedes Restaurant und jede Bar hat heute jede Menge Mitbewerber. Um sich langfristig am Markt zu etablieren, ist neben der Qualität ein einzigartiges Verkaufsargument erforderlich. Die Erlebnisgastronomie, die das Essengehen mit Außergewöhnlichkeit verbindet, ist aktuell gefragt wie nie zuvor. Viele Gäste haben noch keinen Serviceroboter im Einsatz erlebt. Dieser intelligente Helfer wird zum Magneten für zukünftige Gäste, die das Besondere suchen.

2.) Kostenaspekte

Gut ausgebildetes Fachpersonal kostet Geld. Auch Hilfskräfte in den unteren Gehaltsniveaus werden durch die Mindestlohnsteigerungen stetig teurer. Bei dem Kauf von Servicerobotern handelt es sich um eine einmalige Investition, die über Jahre abgeschrieben werden kann. Sie steigert das Anlagevermögen und wirkt sich wertsteigernd auf das Unternehmen aus. Zwar fallen bei Servicerobotern ebenfalls monatliche Kosten an, jedoch sind diese im Vergleich zu Mitarbeitern überschaubar. Kostensenkend wirkt sich auch das Wegfallen von Schicht- oder Wochenendzulagen aus. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld entfällt bei Servicerobotern ebenso. Aus Sicht der Belegschaft bietet sich ein weiterer Vorteil: Das Trinkgeld stellt einen nicht zu unterschätzenden Anteil des monatlichen Einkommens der Belegschaft dar. Die Mitarbeiter werden sich freuen, wenn das Trinkgeld auf weniger Köpfe verteilt wird.

3.) Optimale Planbarkeit

Die vorbereitende Einsatzplanung für die Mitarbeiter nimmt in der Gastronomie, abhängig nach der Unternehmensgröße, einen hohen Zeitaufwand ein. Diese hat jedoch eine kurze Halbwertzeit bei kurzfristigen Krankmeldungen. In solchen Fällen wird schnelles Ersatzpersonal benötigt, um die Servicequalität auf einem hohen Niveau zu halten. Bei dem Verantwortlichen zehrt das an den Nerven, speziell an umsatzstarken Tagen. Die beste Vorplanung bringt eine Unplanbarkeit als Restrisiko mit sich. Mit Servicerobotern gehört diese Unplanbarkeit der Vergangenheit an. Und darüber hinaus werden keine Urlaubsanfragen mehr gestellt. Natürlich kann es passieren, dass der Serviceroboter wegen eines Defektes ausfällt. Die Wahrscheinlichkeit kann durch einen passgenauen Wartungsintervall und einen schnell erreichbaren Service auf ein Minimum reduziert werden.

4.) Servicequalität

Serviceroboter bringen mittlerweile mehrere Service-Qualitäten mit sich. Beispielsweise können bei ihnen Bestellungen aufgegeben werden oder sie transportieren Getränke und Speisen an die Tische. Das menschliche Servicepersonal kann seinen Fokus auf die Zufriedenheit der Gäste legen. Der Serviceroboter übernimmt währenddessen alle Tätigkeiten, bei denen es potenziell zu Fehlern kommen kann. Kommt es bei der Bestellaufnahme mit menschlichem Servicepersonal zu einem Missverständnis, erhält einer der Gäste ein falsches Gericht. Während die anderen Gäste am Tisch speisen können, muss der betroffene Gast warten. Aus dieser Situation entsteht ein negatives Kundenerlebnis. Mit einem Roboter entstehen keine menschlichen Fehler, die in der direkten Kommunikation von Mensch zu Mensch auftreten können. Verwechslungen von Tischen oder das Laufen von Umwegen sind mit einem Serviceroboter ausgeschlossen. Er bewegt sich Laufweg optimiert vom Start bis zum Endpunkt. Die Verwechslung von Tischen ist ausgeschlossen, denn die sind beim Serviceroboter fest eingespeichert. Der Eigentümer des Serviceroboters kann sich sicher sein, dass sämtliche von ihm vorgegebene Anforderungen ohne Fehlinterpretationen umgesetzt werden. Das schafft Vertrauen in die künstlich intelligente Belegschaft.

5.) Unternehmen zukunftssicher aufstellen

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der digitale technische Fortschritt nicht aufzuhalten ist. Früher war die Nutzung des Internets eine neue Erfahrung. Später war es das Smartphone mit all seinen Funktionen, das die Menschheit heute noch beeindruckt. An der künstlichen Intelligenz wurde und wird seit langer Zeit geforscht. Das Ergebnis sind Roboter, die die Menschheit bei verschiedenen Tätigkeiten unterstützen. Entwickelt sich die Menschheit in diesem Tempo weiter, wie sie es bislang getan hat, sind Serviceroboter bald eine Selbstverständlichkeit. Mit der Nutzung von künstlicher Intelligenz hat jeder die Möglichkeit, als Visionär direkt von dieser Entwicklung zu partizipieren. Besondere Aufmerksamkeit äußert sich bei einem visionären Gastronom durch viele Gäste und entsprechend hohem Umsatz. Zufriedene Gäste sind für einen Gastronom der einfachste und günstigste Weg des Empfehlungsmarketings.

Das Personal, das sich während des Lockdowns in andere Branchen orientiert hat, wird voraussichtlich nicht in die Gastronomie zurückkehren. Ebenso ist fraglich, ob es weitere Schließzeiten wegen hoher Infektionszahlen geben wird. Gastronomen blicken in eine spannende Zukunft und müssen alle umsetzbaren Maßnahmen einleiten, die ihnen den künftigen Erfolg ihres Unternehmens ermöglicht. Der Tech-Visionär Thomas Holenstein ist überzeugt davon, dass neben einer funktionierenden digitalen Infrastruktur die Serviceroboter ein Teil dieser Zukunft sind.

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